Aquila non captat muscam

aquila non captat muscam

Bücher, über die ma spricht

 

 Berlin,  27. 9. 2010,  Mo

Hab schon eine geraume Weile nichts mehr hier in eos-o-ton abgelegt; darüber ist ein ganzer Sommer hinweckgezogen, aber egal. Nicht bloß Papier auch das Inet ist geduldig. Gelobe in Zukunft Besserung und fürs erste hätte ich einen Apho-Brief mit einer aufschlußreichen Lesung anzubieten …

Immer wieder, dh. von Zeit zu Zeit, gibt es Böcher, die Furore machen und einschlagen wie ein Blitz aus unheiterem Himmel. Weil sie den Nerv treffen und eine unerhörte wie auch  lange ungehörte, unbequeme und unerwünschte Wahrheit aussprechen und damit dem Zeitgeist gehörig auf den Zahn fühlen.

Wenn eim Menschen angesichts von  Verlogenheit, Heuchelei und systematischer Verdummung einmal der Kragen platzt, wird er entweder laut und ungehalten und muß seine ganze Verachtung in einer Suada drastischer, ja ungehöriger Worte herausschreien bzw. den Leisetretern und Lackaffen ins Gesicht schleudern oder er schreibt ein Buch und gibt diesem einen unmißverständlichen Titel, mit dem er seine tiefe Besorgnis angesichts einer fatalen Entwicklung offen ausspricht.

Damit nun endlich darüber offen und öffentlich gesprochen, disputiert und um der Sache willen gestritten wird. Solche Bücher, die wie Bremsraketen den Diskurs in eine andere Richtung lenken wie auch den Kurs eines Landes wesentlich zu beeinflussen vermögen, gibt es, seitdem es Bücher gibt.

Und in diesen Tagen  ist es mal wieder soweit, daß ein Buch die Menschen hierzulande besonders erregt und stark beschäftigt. Und das bevor es überhaupt auf dem Markt ist und in Gänze zur Kenntnis genommen werden kann. Ein Buch mit ampelrotem Cover und mit eim aufrüttelnden Titel versehen die Zukunft des Landes betreffend.

Deutschland schafft sich ab.

Wie wir unser Land aufs Spiel setzen.

Wenn das keine eindringliche Mahnung ist !  Endlich spricht einer, der selbst der politischen Klasse angehört, unverblümt aus, daß die, nein unsere, Zukunft in diesem Land aufs höchste gefährdet sei und daß somit nicht wenig auf dem Spiel stehe und das es nun an der Zeit sei, sich dem Ernst der Lage zu stellen und nicht weiter den Kopf in den Sand zu stecken.

Die Botschaft stößt im Volk auf offene Ohren, da es schon lange  mit solchen Gedanken und Befürchtungen schwanger geht, aber bei der politischen Führung und den Meinungsmachern auf eine strikte, fast einhellige Ablehnung.  Diverse Keulen wurden hervorgeholt, um den Tabuverletzer mit gezielten Schlägen unschädlich zu machen, aber derlei Gebahren kommt beim schon merklich elektrisierten Publikum nicht an, das nicht müde wird, dem mutigen Streiter seine Zustimmung und seinen Respekt öffentlich vernehmlich zu bekunden. 

Und plötzlich wird deutlich, daß Thilos Thesen das Land in zwei sehr ungleiche Lager gespalten haben; auf der einen Seite die hohen Zustimmungswerte aus dem Volk, die über Wochen konstant zwischen 85 und 90 % und darüber gehandelt werden, und auf der anderen Seite das politische und mediale Establishment mit der Botschaft, daß die derart angestoßene Diskussion nicht gerade hilfreich und ansonsten alles bestens sei.

Oder unverhohlen als Klartext an die eigenen Leute gerichtet (von einer, die mal von amtswegen mit der ganzen Malässe befaßt war) – Das müssen wir aushalten ! Jaja, wir müssen ..  Wir müssen und wir werden siegen, sagte mein Großvater dann und wann mit eim ironischen Unterton, aber den Rest laß ich lieber mal weck.


Nun, jede Wahrheit, braucht, wie es so treffend heißt, stets einen Mutigen, der sie ausspricht. Doch der sollte ein schnelles Pferd haben, damit man ihm nicht so schnell beikommt.

Soweit nun dieses aktuelle Beispiel über die Wirksamkeit von einzelnen Büchern. Dabei ist die Sache längst nicht abgeschlossen, und es dürfte noch spannend werden, denn durch die nüchterne Beschreibung der Problemlage und der daraus resultierenden fatalen Folgen ist die beschönigende und verharmlosende Darstellung derselben, also die Verdrängung, die Verkleisterung und die große Verschleierung, die ganze Manipulation, Heuchelei und Propaganda von Seiten der Politik und der Medien selbst zum Thema geworden.

Und das ist allemal ein Fortschritt. Nun endlich zur nächsten Lesung, im LI-LA Literatur-Laden, der ersten nach der Sommerpause. Habe leider nicht Thilo Sarrazin anzubieten, dafür aber einen anderen Autor, der vor etwa 40 Jahren ein ähnliches Buch geschrieben hat, ebenfalls eine unmißverständliche Mahnung, um die Menschen in den zivilisierten Ländern wachzurütteln. Und dessen Thesen auch weiterhin gültig und bedenkenswert sind, wenn auch um einzwei Punkte ergängzungsbedürftig.

Am Freitag, den 1. Oktober um 20.15 Uhr im LI-LA

Konrad Lorenz – ‚Die acht Todsünden‘

… der zivilisierten Menschheit‘

In eim schmalen Bändchen von 1973 formuliert der Nobelpreisträger griffig und anschaulich, wie aus der Sicht des Verhaltensforschers und Biologen moderne Entwicklungen zu bewerten sind und welche Gefahren für die Gesellschaft, ihren Bestand und ihren Zusammenhalt, daraus erwachsen können. Bedenkenswerte Thesen, die keineswegs überholt sind, allenfalls wie schon gesagt ergänzungswürdig.

Eo Scheinder liest aus Konrad Lorenz´ Streitschrift und unverhohlener Mahnung einige ausgewählte Passagen. Interessante Gedanken und Positionen, die gerade für
die nun neu entbrannte gesellschaftspolitische Diskussion von besonderer Relevanz sind.

Die Lesung findet statt im LI-LA Literatur-Laden
in Charlottenburg, Wilmersdorfer Str. 9 –
Eintritt:  4 Euro,
erm. : 3 Euro.
Kartenvorbestellung:
Tel. 344 45 59

 Mehr über diese spannende Vorgänge hier

 

… Musikspur: Santana – Europa ….

28.9.10 01:07


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