Nach einer halbjährigen Pause bin ich wieder zurück zu meinem Blog. Dass ich hier in der letzten Zeit kaum was geschrieben habe, nicht weil es mir in den vergangenen Monaten nichts passiert war, sondern weil es viel zu viel zu berichten ist dass ich doch nicht wußte womit ich anfangen sollte, wird sich wieder ändern.
Die Zeit war mir nicht einfach. Der alte Arbeitsvertrag war ausgelaufen und wurde nicht verlängert…Ich war für ein paar Monate arbeitslos…die Beziehung war kaputt gegangen und eine neue ist auch nichts geworden…um eine neue Arbeit zu bekommen, habe ich eine harte Ausbildung angefangen und nach 10 Wochen sogar bestanden…Es war die Zeit ohne Partner, ohne Geld, ohne Glück…
Aber auf der anderen Seite habe ich auch Glück dass ich so viele gute Freunde, die bei mir gestanden sind. Ich musste beim Weihnachten nicht allein verbringen, habe sogar Geschenk bekommen. Es war so schön dass ich das ganze Scheiß für paar Tag vergessen dürfte und danach schien alles doch nur halb schlimm.
Was ich jetzt eigentlich schreiben möchte, dass ich meinen lieben Freunden danken möchte… Ich habe euch lieb!
Nach einer langen Pause nähren sich die Ferien zum Ende. Der Herbst ersetzt den Sommer bevor der Thermometer mal über 30 zeigen dürfte. Diese Woche werden wir wohl mit dem Regen verbringen. Das macht etwas traurig. Die Regen sind die Tränen des Gottes, wer hat seine Käse berührt, dass er so viel weinen muss?
Ich lag auf dem Bett. Es war ein lässiger Nachmittag. Die erschöpfte Sonne versuchte in mein Zimmer zu landen, wurde aber von der Jalousie zersplittert, fleckte nur ein paar Pünktchen auf meinem Bauch. Ich war nackt, müde, als ob ich in jede Sekunde einschlafen würde. Wo war mein Gedanke? Ist er den Rhein entlang geflogen? Machte er gerade eine Pause auf dem Platz vor dem Köln Dom? Waren auch erfrorenen Tauben dabei? Ich möchte an nichts denken, was sonst eigentlich leicht gewesen war, war an dem Moment äußerst schwierig. Irgendwo in mir ist ein Stück verschwunden. Ich fühlte mich leer. In meinem Kopf spielte ein Film, 2046, entstanden aus Lichten und bunte Bildern, melancholisch und dramatisch, aber auch kaum zu verstehen.
Bist du glücklich? fragte mich eine Stimme. Bin ich glücklich? fragte ich mich. Ist das eine Frage, bei der man lange nachdenken muss? Antwortet sie sich schon wenn man drüber noch lange nachdenken muss? Es machte mich noch trauriger dass ich danach denken musste um eine Antworte zu finden, als dass ich mit Nein antworten würde. Ich schwiege.
Die Zeit war um. Der Zug ist weitergefahren wie es geplannt war. Hat jemand sein Reiseziel gewechselt? Das weißt keiner, sogar er selber nicht.
Mir reicht es! Die unerträglich lange Nacht halte ich nicht mehr aus. Warum ist es mir so schwer einzuschlafen? Die Anderen hätten um diese Uhr schon mindestens 2 Stunden geträumt während ich immer noch beim Versuch einzuschlafen bin und noch erfolglos.
Irgendwas muss jetzt passieren. Irgendwas, was ich auch nicht weiß. Innerliche Unruhe beherrscht gerade die Stimung. Erschöpft irgendwie, aber wach.
Ich warte auf irgendwas, was aufregendes, was neues, was schönes, was diesen Zustand dringend ändert. Mach schon!Lass es kommen!!!
Das Alltagsleben, das voll vom Unikram und der Scheißarbeit erfüllt ist, läuft so routineirt, dass es gar nicht sinvoll zu sein scheint, berichtet werden zu müssen. Jedoch schreibe ich ab und zu drüber, um ein paar vielleicht unsinnige Sache zu notieren, damit ich sie später nicht vergesse, auch wenn sie manchmal anscheind wertlos zu erinnern sind. Als ich noch einKind war, wo ich in der Schule Tagebuch schreiben musste, das schließlich von der Lehrerin gelesen wurde, die nicht mehr als eine spießige Hausfrau war, finge ich am liebsten mit dem Satz an: “Heute ist ein schönes Tag, ich war in der Schule, habe Chinesich- und Mathematikunterrichten gehabt. Mein Tischnachbar hat mich geärgert, denn er hat die ganze Zeit seine neue Schultasche mit Pandabärmotiv angegeben als ob die Eltern von anderen sowas gar nicht leisten konnten. Ich wollte ihm schon gar nicht erwähren dass mieine Schultasch zwar nicht neu aber wasserdich ist, die mein Papa von einer Geschäfsreise mir gebracht hatte.…” Damals schrieb man oft Geheimnisse im Tagebuch, jedoch nicht detailiert, dadurch die Eltern oder Lehrer nicht hinein riechen konnten was für faule Geheimnisse die Kinder hätten, wenn auch bei Nachfragen können sich die Kinder gut ausreden. Problem ist nur, nach Jahren wenn der Schüler zufällg sein altes Tagebuch blättert, könnte er gar nicht mehr erinnern was für ein aufregendes Geheimniss er gemeint hatte. So ist ein vielleicht wertvolles Geheimniss wirklich in die Geschichte gerutscht, die nie mehr wieder auftauchen würde. Heute schreibe ich für mich. Man redet mit seinem Tagebuch nicht mehr über tief im Herzen liegendes Geheimnis, wenn es überhaupt noch welche gibt, da es immer die Gefahr steht, vom Internet ausgegooglet zu werden. Es sei denn, man schreibt doch mit einem klassischen Füller auf dem duftenden Papier aus einem verschließbaren Tagebuch, das sich nach der Eintragung immer im tiefsten der untersten Schublade verschwinden lässt. Ich fand es so romantisch, eine liebvolle Geschichte mit der hellblauen Tinte auf ein Stück pinkfarbiges Briefpapier anzubringen. Der Spitze des Füllers quetscht und tanzt, mit kraftigen Stichen und weichen Kreisen. Um diese wohltunde Schreibweise mal zu erleben, hatte ich sogar extra einen Füller gekauft, hingegen ich sonst nur am Computer schreiben würde. Es hat leider nicht sehr lang gehalten bis ich den Füller doch aufgeben musste. Es war romatisch zu schreiben aber alles anderes als romatisch wieder zu lesen, besonders von einem anderen. Wenn ich schon dran gewöhne, die „Times New Roman“ schrift aus MS Word zu lesen, fällt es mir viel schwerer was handgefertigtes zu erkennen, selbst von mir selbst entworfen ist. Ich schreibe direkt am Computer, poste es ins Internet, also Blog, was von Bekanten und Unbekannten gelesen wird. Egal wer liest was ich geschrieben habe, sollte sich nicht auf sich bezogen fühlen, sodass die Anonymität gewehrleistet ist. Ich habe schon mal in meinem Blog über anderen gelästert, weil ich mir sicher war, dass der angesprochene nie mals in seinem Leben auf meinen Blog landen könnte. Ich gebe auch zu, dass ich Angst davor habe, ihm persönlich auszusagen. Es ist nicht ehrlich, aber schlau. Dieses Weicheiverhalten vermeidet den direkten Gegenstoß, und gleichzeitig ermöglicht mir psychisch zu entspannen. Ich werde das wiedertun, und habe auch kein Grund zu verzichten, solange keiner deswegen beleidigt wird. Tagebuch ist ein tolles Ding, und zum Glück MUSS ich nicht schreiben. Ich kann es wenn ich will, vielleicht einmal in der Woche, vielleicht im Monat, vielleicht doch jedentag. Aber ich entscheide es. Das ist mein Spaß.